In diesem Jahr bin ich spät dran mit meinem Jahresrückblick. Für mich ist das untypisch, denn ich liebe es, etwas abzuschließen und Raum zu schaffen für Neues.
Seit Jahren schreibe ich nahezu täglich Tagebuch. Es ist meine Reflexionshilfe, um Erlebnisse und Gefühle zu ordnen. Beim Zurückschauen habe ich gemerkt, wie massiv dieses Jahr war. Viele Ereignisse überschnitten sich oder liefen parallel und oft fehlte im Moment selbst die Zeit, um überhaupt zu fühlen, was da gerade passiert.
Heute möchte ich euch mitnehmen durch mein aufregendes Jahr 2025.
Inhaltsverzeichnis
Motivierter Start und digitale Umbrüche
Meine Ziele waren gesteckt und motiviert bin ich in das Jahr 2025 gestartet. Gleich zu Jahresbeginn durfte ich einen Impulsvortrag zum Gründerfrühstück der Wirtschaftsförderung zum Thema Push- und Pull-Strategie halten. Neugier und Wissensdurst folgend, besuchte ich den Frauenpower-Kongress Niederrhein in Kalkar und die BOE-Messe in Dortmund, die mit einer unglaublichen Vielfalt für Events und Innovation sorgte.

Doch gleich zu Beginn des Jahres zeigte sich noch etwas ganz anderes. Mark Zuckerberg wechselte seinen Kurs bei Meta. Er lockerte in den USA die Filter, die Hassreden und diskriminierende Inhalte moderierten, schaffte Faktenchecker ab und veränderte die Richtlinien für sensible Themen. Bei uns in Europa ist das aufgrund klarer Gesetze nicht möglich, doch im Januar konnten wir bereits erahnen, wo die Reise hingehen wird.
Passend dazu war die Enttäuschung über ein Sales-Camp eines bekannten Experten, für das ich extra eine Förderung bewilligt bekommen hatte. Weder das Camp noch das Material waren wirklich wertvoll oder umsetzbar. Was ich daraus gelernt habe: Nicht jedes laute Marketing hält, was es verspricht.
Wenn das Leben Regie führt: Zwischen Bangen und Abschied
Ab Februar spielte mein Privatleben einen Film in Eigenregie. Mein Vater kam per Notaufnahme ins Krankenhaus und eine Odyssee aus OP, Rehabilitation und Krankenhauswechseln begann. Wir waren als Familie psychisch und physisch voll gefordert, oft erschüttert von der desaströsen Qualität der stationären Unterbringung.
In diese Zeit fiel auch eine Nachricht, die mich tief traf: „Mir bleibt nicht mehr viel Zeit“. Eine Weggefährtin aus meiner Weiterbildung 2017, die sich genau wie ich mutig selbstständig gemacht hatte, verlor ihren langen Kampf gegen den Krebs. Ich bin unendlich dankbar, dass ich mich persönlich von ihr verabschieden durfte.
In all diesem Trubel war ich dankbar für meine Bestandskunden, die mein Einkommen sicherten. Zeit für die Optimierung meines eigenen Online-Auftritts oder die Umsetzung meiner Jahresziele blieb jedoch schlichtweg nicht.
Digital Detox: Ein Traum in Südafrika
Im Juni erfüllte ich mir einen lang gehegten Traum: Südafrika. Ich wollte das Land mit Haut und Haaren erleben – und zwar offline. Kein Laptop, kein Smartphone, keine Online-Aktivitäten. Durch akribische Planung gelang es mir, meine Arbeit so vorzubereiten, dass ich wirklich abtauchen konnte.
Diese bewusste Auszeit war der nötige Gegenpol zu der Unruhe, die ich Anfang des Jahres bei den Social-Media-Plattformen beobachtet hatte. In der Stille der Natur wurde mir klar, wie wichtig echte Präsenz ist.

Zurück im Alltag: Über den Wert meiner Arbeit
Zurück in Deutschland wartete direkt ein Highlight: Ein Vortrag zum Thema Social Selling vor 80 Teilnehmenden bei einer IHK. Der Workshop machte mir riesigen Spaß, doch ich zog auch eine harte Lehre daraus: Ich hatte zugesagt, den Vortrag aufgrund eines fehlenden Budgets kostenlos zu halten – im Austausch für Reichweite auf LinkedIn.
Das Ergebnis? Kein einziger Beitrag wurde veröffentlicht, meine Vorbereitung und Anreise wurden nicht gewürdigt. Ein Fehler, den ich nicht mehr machen werde. Es bestärkte mich darin, den Wert meiner Expertise klarer zu definieren.
Warum ich nach meinem Urlaub eine 4-Tage Woche eingeführt habe
Sein Leben lang war das Fahrrad ein wertvolles Gut meines Vaters. Er besaß bereits ein E-Bike, als kaum jemand es kannte. Seit seiner Reha ist er jedoch zu schwach zum Fahrradfahren und ist an seinen Rollator gebunden. Er fühlt sich räumlich eingeschränkt und ist sehr traurig darüber. Nach meinem Urlaub haben wir eingeführt, dass ich ihn freitags abhole und wir einen Ausflug machen. Wir sprechen an diesen Tagen über viele Dinge, über die wir nie gesprochen haben. Es ist eine sehr wichtige und wertvolle Zeit.
Abschied vom Ehrenamt
Im September fand die Bundeskonferenz (BUKO) der „Schöne Aussichten“ in Essen statt. Als Vorstandsfrau hatte ich gemeinsam mit meinen Kolleginnen unglaublich viel Energie in die Positionierung und das Marketing des Verbands gesteckt.
Als sich auf der BUKO drei weitere Frauen für den Vorstand zur Verfügung stellten, hoffte ich auf Erleichterung. Doch ich musste feststellen: Mehr Verantwortliche bedeuten oft auch komplexere Prozesse. Kurze, schnelle Entscheidungswege hinkten plötzlich. Schweren Herzens habe ich mein Amt niedergelegt. Ich bleibe dem Verband treu, freue mich aber darauf, künftig einfach nur Gast mit neuen Freiheiten zu sein.
Reisen bildet: Kreative Impulse in Bad Tölz
Für unentbehrlich habe ich mich in meiner Festanstellung gehalten. Das ist der Grund, warum ich über Jahrzehnte keinen Bildungsurlaub in Anspruch genommen habe. Heute bin ich selbstständig und erlaube mir einen Bildungsurlaub.
Nach vielen unglaublich langweiligen Powerpoint Präsentationen wollte ich mich in diesem Jahr kreativen Techniken für die Gestaltung von inspirierenden Workshops widmen. Ich denke, dass Themen, die wir uns erarbeiten, einfach länger im Kopf bleiben. Genau das liegt mir am Herzen. Die Referentin Beate ist eine Wegbegleiterin, von der ich weiß, dass sie genau das kann, was ich suche. Gemeinsam ging es für uns nach Bad Tölz auf eine Bildungsreise, von der ich unglaublich viel mitnehmen konnte.

Mein Fazit zum Jahr 2025:
Nach vielen inspirierenden Veranstaltungen im November und Dezember hat sich das Jahr 2025 verabschiedet. Es war ein Jahr der Erkenntnisse: Die beunruhigenden digitalen Entwicklungen rund um Meta und auch die rasanten Sprünge im Bereich der KI sind für mich ein Weckruf.
2026 werde ich meinen Weg bewusster gehen: Weg vom digitalen „Mehr Schein als Sein“, hin zu echter Authentizität und Persönlichkeit. Die wertvolle Zeit mit meinem Vater, mein konsequenter Digital Detox oder in der kreativen Neuausrichtung meiner Workshops, mein Fokus liegt auf Qualität und echten menschlichen Verbindungen.
Gerade in dieser Welt, die immer automatisierter wird, ist persönliche Begegnung ein wertvolles Gut. Ich freue mich darauf, diesen Weg konsequent zu gehen.
Sei dabei und begleite mich? Ich freue mich auf den Austausch mit dir!
